Die Regionalliga-Fußballerinnen des SV Holzbach stehen im Viertelfinale des Rheinlandpokals: Der Titelverteidiger schaltete im Simmerner Hunsrückstadion den Liga-Rivalen FC Bitburg mit 4:2 nach Verlängerung aus. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden, nach 45 Minuten 1:1.

Bereits die regulären 90 Minuten hatten übrigens eine Verlängerung zu bieten, denn nach rund 70 Minuten hatte Schiedsrichterin Nicole Justen das Spiel beim Stand von 2:1 für Holzbach laut SV-Coach Tobias Blatt rund „fünf, sechs Minuten“ unterbrochen, weil sie sich von Zuschauern der Gastgeber beleidigt gefühlt hat. „Ich finde, das kann man anders regeln“, sagte Blatt, „man hätte auch zu unserer Spielführerin hingehen können und dann hätte man alles klären können. So war es schon etwas übertrieben, zumal es auch sehr kalt war.“ Jedenfalls ging es dann weiter – und zwar noch lange. Denn nach 79 Minuten sollte den Bitburgerinnen durch einen direkt verwandelten Freistoß von Julia Keil das 2:2 gelingen. Das war in einer Phase, in der Holzbach wackelte. „Nach unserem 2:1 haben wir etwas den Faden verloren“, sagte Blatt. Dieses 2:1 hatte Michaela Blatt nach 49 Minuten und einer Hereingabe von Anna Sauer erzielt. Das 1:1 der Holzbacherinnen war nach dem gleichen Muster gefallen, nur war da Laura Rode die Vorbereiterin und Anna Sauer musste nur noch einschieben. Das war in der 24. Minute. In Rückstand geraten war der SV schon früh. „Ich hatte noch gar nicht auf der Bank Platz genommen“ schmunzelte Blatt. Anna Zeimmes hatte für Bitburg nach einem langen Einwurf getroffen (1.). Dabei hatte sie etwas davon profitiert, das sie sich um Jana Haubrich „wickeln“ konnte statt um Hanna Lena Diel. „Hanna Lena musste nach dem Warmmachen passen, Jana hat dann Innenverteidigerin gespielt. Am Anfang war das noch ungewohnt für sie, aber im Laufe der Partie wurde es immer besser, sie hat das sehr gut gespielt“, lobte Blatt. Die erste Hälfte bezeichnete er insgesamt aber als kein gutes Spiel von beiden Seiten. Im zweiten Abschnitt wurde es besser, mit Vorteilen für Bitburg nach dem Holzbacher Führungstor. Es blieb aber beim 2:2 nach 90 Minuten.

In der ersten Hälfte der Verlängerung fiel kein Tor, dann griff Holzbach aber auf ein bewährtes Muster zurück. „Es war fast wie beim ersten Tor von uns“, sagte Blatt. Laura Rode ging dieses Mal über außen durch, Pass nach innen – und Michaela Blatt schob zum 3:2 ein. Der SV bog auf die Siegerstraße ein, Rode machte in der 120. Minute den Deckel drauf. Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie steckte Aline Kreuz das Leder durch auf Rode, die ihn nochmals quer auf die mitgelaufene Franziska Heich (eine Minute vorher eingewechselt) passte. Heich scheiterte zunächst an Bitburgs Torhüterin Annalena Schwall, den abgewehrten Ball brachte Rode zum 4:2 im Tor unter. „Es war nicht unverdient, aber natürlich glücklich“, sagte Blatt. Der steht mit seiner Elf nun unter den letzten Acht.

In der Liga möchte Holzbach gerne unter die ersten Zehn, aktuell ist der SV Elfter und der Gast 1. FC Saarbrücken II Zehnter mit zwei Punkten mehr. „Wir würden gerne die Woche positiv abschließen“, sagt Blatt.

Holzbach: Thiemann – Wust, Sauer, Kuhn, Rode, Olbermann (64. Kreuz), Blatt, Adam, Kliebe (119. Heich), Haubrich, Berns (89. Beilz).

Nächste Aufgabe für Holzbach: am Sonntag (15 Uhr) gegen den 1. FC Saarbrücken II.

Rhein-Zeitung 02.11.2018